Eine Sorge taucht bei fast jedem Gespräch über Digitalisierung im EDEKA-Markt auf, mal ausgesprochen, mal nur im Hintergrund mitschwingend: Wird der Markt dadurch unpersönlicher? Verliert er das, was ihn von einem gesichtslosen Discounter unterscheidet, nämlich die persönliche Beziehung zu Kunden und Team? Diese Sorge ist verständlich, aber sie beruht auf einem Missverständnis darüber, was Digitalisierung im Hintergrund eigentlich verändert und was nicht.
Was Digitalisierung tatsächlich betrifft, und was nicht
Betrifft: Verwaltung
Personalprozesse, Dienstpläne, Dokumentation, alles, was im Hintergrund läuft und Kunden nie zu Gesicht bekommen.
Betrifft nicht: Kundenkontakt
Das persönliche Gespräch an der Frischetheke bleibt unverändert Kern des Marktes, unabhängig davon, wie der Dienstplan entsteht.
Betrifft: Zeitverteilung
Weniger Zeit für Verwaltung bedeutet mehr Zeit für genau die Bereiche, die den Markt persönlich machen.
Betrifft nicht: Teamkultur
Ein gutes Miteinander im Team entsteht durch Führung und Wertschätzung, nicht durch Papierformulare statt digitaler Prozesse.
Die persönliche Note eines Marktes entsteht an der Kasse, an der Frischetheke, im Gespräch mit Stammkunden. Sie entsteht nicht dadurch, dass ein Urlaubsantrag auf Papier statt digital gestellt wird. Wer diese beiden Ebenen vermischt, digitalisiert aus Angst zu wenig statt aus Überzeugung zu viel.
Warum Teams Systeme oft schneller annehmen als gedacht
Ein häufiges Missverständnis ist, dass Mitarbeitende neue Systeme grundsätzlich ablehnen. In der Praxis zeigt sich meist das Gegenteil, sobald der konkrete Nutzen spürbar wird: weniger doppelte Zettel, klare statt widersprüchliche Ansagen, schnellerer Zugriff auf Informationen, die vorher mühsam erfragt werden mussten. Widerstand entsteht seltener gegen das System selbst, sondern gegen schlecht eingeführte Veränderung, also fehlende Erklärung, fehlende Einbindung, zu viel auf einmal. Das ist eine Frage der Einführung, nicht der Digitalisierung an sich.
Selbstcheck: Woher kommt die eigene Sorge vor Digitalisierung?
Vier Fragen zur eigenen Haltung
- Betrifft die geplante Veränderung tatsächlich den Kundenkontakt, oder nur Verwaltung im Hintergrund?
- Wurde das Team bei früheren Veränderungen ausreichend eingebunden und informiert, oder kam die Umstellung eher plötzlich?
- Was genau würde konkret verloren gehen, wenn ein Prozess digital statt auf Papier liefe?
- Wie viel Zeit, die aktuell für Verwaltung draufgeht, könnte stattdessen in echten Kundenkontakt fließen?
Wo Markt mit System ansetzt
Alle Bausteine von Markt mit System, von der Personalverwaltung bis zur Wissensdatenbank, setzen bewusst im Hintergrund an, dort, wo Verwaltung stattfindet, nicht dort, wo der persönliche Kontakt zum Kunden entsteht. Ziel ist nicht ein unpersönlicherer Markt, sondern ein Kaufmann und ein Team, das mehr Zeit für genau das hat, was einen Markt persönlich macht.
Digitalisierung im Hintergrund schafft Zeit für den persönlichen Kontakt im Vordergrund. Lass uns klären, wo bei dir der größte Hebel liegt.
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